„John Maynard“ !?
Heute gehts für uns tatsächlich auf die Nordinsel! Deswegen bin ich auch schon mit einem ganz komischen Gefühl aufgewacht, das tatsächlich noch nicht mal etwas mit der Angst vor der Überfahrt an sich, zu tun hatte. Es ist erstaunlich komisch, dieses Kapitel Südinsel, jetzt hinter sich zu lassen und auch wenn ich mich auf die Nordinsel freue, schwingt einfach so ein Wehmutsgefühl mit, welches einen dauernd daran erinnert, dass es vielleicht das letzte Mal in seinem Leben ist, dass man den Boden dieser Insel berührt.
Neben der Trauer, hat sich jedoch relativ schnell auch die Angst, vor der Überfahrt an sich, eingeschlichen. Vor allem mit dem Hintergrund, dass Laurenz und Niklas nicht unbedingt gute Erfahrungen, da sie nämlich in Mitten einen Sturms gefahren sind und es dementsprechend gut geschaukelt hat, mit uns geteilt haben, kam die Nachricht, dass unsere Fähre 5 Stunden vorverlegt, eben wegen schlechtem Wetter, wurde, nicht so gut bei uns an. Zudem hatten wir extra die Fähre um 18:30 Uhr gebucht, um den Sonnenuntergang zu sehen, aber das können wir jetzt wohl, mit unserer neuen Startzeit um 14:15 Uhr, vergessen. Zum Mittagessen und als, nun aber wirklichen Abschluss, der Südinsel haben wir uns „Fish and Chips“ geholt und diese, in der Autoschlange, vor der Fähre, gegessen.

Nachdem die Handbremse angezogen und Ralph auf dem Schiff geparkt war, sind wir aufs Deck hoch.
Und dann ging’s auch schon los. Obwohl es um uns herum immer mal wieder gedonnert hat, war das Meer ruhig, was aber auch an dem Fiord, durch welchen wir erstmal durch fahren mussten, legen konnte. Dementsprechend konnten wir, einigermaßen entspannt, die unglaubliche Natur um uns herum genießen und als wir aufs offene Meer raus kamen, war strahlender Sonnenschein und die Fähre ist ruhig dahin geglitten.
Voll in den Entspannungsmodus geschaltet, kam plötzlich eine Durchsage: „Hier spricht der Kapitän (kein guter Anfang, oder?), wir haben ein kleines Problem und deshalb wird unser Schiffspersonal jetzt jedem Rettungswesten austeilen. Folgen sie unseren Anweisungen und verbreiten sie keine Panik!“ Etwas verwirrt saßen Sophie und ich da und haben uns eingeredet, dass das normal ist. Nachdem aber weitere Durchsagen des Kapitäns kamen, die ein Feuer im Maschinenraum bestätigten und Mitarbeiter mit gelben und weißen Anzügen um uns herum gewuselt sind, hat sich erste Panik in uns Beiden breit gemacht. Nach der Durchsage, dass sie das Feuer nicht löschen können und die Rettungsboote nun zu Wasser gelassen werden, war diese Angst auf dem Zenit angelangt und wir bereit, jetzt auf Rettungsbooten im offenen Meer zu schwimmen.

Was uns jedoch verwundert hat, ist, dass das Schiff nicht langsamer geworden ist, weshalb sich dann, nach 30 Minuten purer Panik, heraus gestellt hat, dass alles nur eine Übung war. Ich weiß nicht ob sie es nicht angesagt haben oder ob wir es einfach nicht mitbekommen haben, da die Qualität der Durchsagen nicht besonders gut war, aber diese verlorenen Nerven hätten wir uns echt sparen können. Auch die nächsten Minuten habe ich es nicht geschafft mich zu beruhigen und bin erstmal zitternd, die ganze Zeit hin und her gelaufen. Mit Ablenkung wurde es, mit der Zeit, endlich besser und als kleine Wiedergutmachung haben wir sogar Delfine gesehen, die neben unserem Boot umher gesprungen sind. Leider habe ich es nicht geschafft ein Bild zu machen, deshalb bekommt ihr ein Bild von dem Moment, kurz nach dem Eintauchen, der Tiere ins Wasser.

Irgendwann kam das Land in Sicht, und darüber waren wir erstaunlich dankbar, näher und man konnte die ersten Häuser erkennen. Vor allem die vielen Hochhäuser haben uns hier etwas verwirrt und tatsächlich muss ich sagen, dass die Stadt etwas überfordernd und groß ist. Von der Fähre nämlich wieder runter, sind wir Richtung Innenstadt um einkaufen zu gehen. Dabei mussten wir durch die ganzen Hochhäuser und die mehrspurigen Kreisverkehre, was an sich nicht so schlimm gewesen wäre, wir aber, von der Südinsel, so gar nicht mehr gewohnt waren. War auf jeden Fall spannend!








